Johannes Kröger · Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit
Ein Shopify-Upsell soll den Wert einer Bestellung erhöhen. Viele Shops denken dabei zuerst an Angebote im Warenkorb oder im Checkout. Es gibt aber mehr Stellen dafür, und nicht jedes Angebot gehört in den Kaufprozess. Manche Empfehlungen passen erst, wenn das Paket angekommen ist.
Was ist ein Upsell, was ein Cross-Sell?
Die beiden Begriffe werden oft vermischt. Der Unterschied ist einfach:
- Upsell: Der Kunde nimmt eine größere oder höherwertige Variante desselben Produkts. Die 500-g-Packung statt 250 g, das Set statt des Einzelprodukts, die Pro-Version statt der Basisversion.
- Cross-Sell: Der Kunde nimmt ein ergänzendes Produkt dazu. Zur Kaffeemühle die Bohnen, zum Shampoo die Spülung, zum Hundefutter die Kausnacks.
Beide haben dasselbe Ziel: mehr Umsatz pro Kunde. Aber sie passen zu unterschiedlichen Momenten. Ein Upsell funktioniert vor allem vor dem Kauf, solange die Entscheidung noch offen ist. Ein Cross-Sell funktioniert auch Tage oder Wochen später, wenn der Kunde das Produkt nutzt und merkt, was ihm noch fehlt.
Wo kannst du in Shopify Upsells einbauen?
1. Auf der Produktseite
Der klassische Ort. Du zeigst eine größere Variante, ein Bundle oder passende Produkte. Shopify-Themes bringen oft schon einen Block für Produktempfehlungen mit, für mehr Kontrolle gibt es Apps.
Die Grenze: Auf der Produktseite ist die Kaufabsicht noch unklar. Viele Besucher schauen nur. Ein Angebot, das zu früh kommt, lenkt eher ab, als dass es hilft.
2. Im Warenkorb
Viele Shops blenden im Warenkorb oder im Warenkorb-Schubfach ein „Dazu passt“ ein oder zeigen, wie viel bis zum kostenlosen Versand fehlt. Das funktioniert gut für kleine, günstige Ergänzungen. Für teure Upsells ist der Warenkorb oft der falsche Moment: Der Kunde wägt gerade ab, ob er überhaupt kauft.
3. Im Checkout (nur Shopify Plus)
Im Checkout selbst sind Angebote technisch über Checkout-Extensions möglich. Hier gibt es eine wichtige Einschränkung: Laut Shopify-Hilfe zu Checkout-Anpassungen können nur Shops in Shopify Plus die Schritte Information, Versand und Zahlung mit Apps anpassen. Auch die Shopify-Entwicklerdoku zu Checkout-Extensions beschränkt Erweiterungen auf diesen Schritten auf Plus-Shops.
Für alle anderen Tarife heißt das: Kein App-Upsell direkt in den Checkout-Schritten. Prüfe vor der Planung den aktuellen Stand bei Shopify, weil sich die Regeln in den letzten Jahren mehrfach geändert haben.
Danke-Seite und Bestellstatusseite sind laut derselben Shopify-Hilfe dagegen ab dem Basic-Tarif per App anpassbar. Dort kannst du also auch ohne Plus Empfehlungen zeigen.
4. Auf der Post-Purchase-Seite nach dem Checkout
Shopify kennt eine eigene Seite zwischen Zahlung und Danke-Seite. Laut Shopify-Entwicklerdoku zu Post-Purchase-Angeboten erscheint sie, nachdem die Bestellung bestätigt ist, und vor der Danke-Seite. Der Kunde kann dort mit einem Klick ein Produkt zur Bestellung hinzufügen, ohne seine Zahlungsdaten erneut einzugeben.
Diese Seite baust du nicht selbst. Du brauchst eine App, die sie bereitstellt. Der Vorteil: Die Kaufentscheidung ist gefallen, das Angebot stört den Checkout nicht. Die Grenze: Der Kunde sieht die Seite genau einmal. Wer sie wegklickt, ist weg.
5. Nach der Zustellung
Der Ort, den viele vergessen. Wenn das Paket angekommen ist, hält der Kunde das Produkt in der Hand. Jetzt merkt er, was dazu passt. Das ist kein Upsell im engen Sinn mehr, denn die Bestellung ist abgeschlossen. Es ist ein Cross-Sell nach der Zustellung, per Mail oder auf der Tracking-Seite.
Dieser Moment hat zwei Vorteile: Er braucht kein Shopify Plus, und er ist nicht an eine einzige Browsersitzung gebunden.
Upsell-Orte in Shopify im Vergleich
| Ort | Kaufabsicht | Voraussetzung | Gut geeignet für |
|---|---|---|---|
| Produktseite | offen | Theme oder App | größere Variante, Bundle |
| Warenkorb | mittel | Theme oder App | kleine Ergänzungen, Versandschwelle |
| Checkout-Schritte | hoch | Shopify Plus und App | Zusatzprodukte vor der Zahlung |
| Post-Purchase-Seite | gekauft | App | ein Zusatzprodukt mit einem Klick |
| Danke- und Bestellstatusseite | gekauft | App ab Basic | Empfehlungen, Hinweise |
| Nach der Zustellung | nutzt das Produkt | Mail oder Tracking-Seite | Cross-Sell, Zubehör, Nachkauf |
Checkout-Upsell oder Cross-Sell nach dem Kauf?
Beides hat seinen Platz. Die Frage ist, was du erreichen willst.
Checkout-Upsells erhöhen den Warenkorb der aktuellen Bestellung. Sie wirken, wenn das Angebot klein, einfach und sofort verständlich ist. Das Risiko: Jedes zusätzliche Element im Checkout kann ablenken. Der Checkout hat eine Aufgabe, und die heißt Kaufabschluss.
Cross-Sells nach dem Kauf zielen auf den nächsten Kauf. Sie wirken, wenn ein Produkt Erklärung braucht oder erst im Gebrauch relevant wird. Wer sein Shampoo nutzt, merkt, ob die Spülung fehlt. Wer seine Kaffeemühle ausprobiert, sucht neue Bohnen.
Beispiele, die nach der Zustellung oft besser funktionieren als im Checkout:
- Beauty: Ergänzung zur Pflegeroutine, passendes Serum zur Creme.
- Nahrungsergänzung: Vorratspackung, ergänzendes Präparat.
- Kaffee: neue Sorte, passendes Zubehör.
- Tierbedarf: Snacks zum Futter, Pflegeprodukte.
- Fashion: Pflegemittel, passende Accessoires.
Muss ein Upsell immer einen Rabatt haben?
Nein. Ein Rabatt kann helfen, eine Entscheidung zu beschleunigen. Er bringt Kunden aber auch bei, auf den nächsten Rabatt zu warten. Oft reicht eine gute Begründung: „Passt zu deinem Kauf“ ist überzeugender als „10 % auf alles“.
Wichtiger als der Rabatt ist die Auswahl. Eine Empfehlung muss zum gekauften Produkt passen. Ein Produkt, das der Kunde schon hat, ist keine Empfehlung. Ein beliebiger Bestseller ist besser als nichts, aber schlechter als eine gezielte Auswahl.
Wie misst du, ob ein Upsell etwas bringt?
Die meisten Upsell-Apps zeigen dir, wie viel Umsatz über das Angebot gelaufen ist. Bei Checkout-Upsells ist das recht direkt: Wer das Angebot annimmt, kauft mehr.
Bei Cross-Sells nach dem Kauf ist es schwieriger. Viele Kunden hätten das Zubehör vielleicht auch ohne Mail gekauft. Ehrlich misst du das nur mit einer Kontrollgruppe: Ein zufälliger Teil der Kunden bekommt die Empfehlung nicht, und du vergleichst den Umsatz beider Gruppen. Mehr dazu im Beitrag zur Post-Purchase-Optimierung in Shopify.
So macht es rebond
rebond macht keine Checkout-Upsells und baut keine Post-Purchase-Seite im Checkout. Dafür gibt es eigene Apps. rebond kümmert sich um die Zeit danach: um Empfehlungen und Cross-Sells, wenn das Paket unterwegs oder angekommen ist.
Dafür gibt es drei Bausteine:
- Empfehlungen auf der Tracking-Seite. Die Sendungsverfolgung liegt in deinem Shop und zeigt bis zu fünf freigegebene Empfehlungen passend zur Bestellung. Gibt es keine passenden, zeigt sie die Bestseller der letzten 60 Tage. Wie du die Empfehlungen auswählst, steht in der Hilfe unter Empfehlungen auf der Tracking-Seite.
- Skill Empfehlung. Bleibt ein Kunde nach dem Kauf eine Weile still, standardmäßig 14 Tage, bekommt er eine Mail mit bis zu drei freigegebenen Produktempfehlungen zum gekauften Produkt.
- Skill Cross-Sell. Klickt ein Kunde auf eine Empfehlung, kauft aber in den nächsten 48 Stunden nicht, schickt der Cross-Sell-Skill genau eine Mail zu diesem Produkt.
Die Skills sind aufeinander abgestimmt. Kauft der Kunde, stoppt alles, was damit überflüssig wird. Jede Nachricht hat eine Begründung, die du im Verlauf siehst. Und jeder Skill hat eine Kontrollgruppe, damit du den Mehrumsatz siehst und nicht nur zugeordneten Umsatz.
Häufige Fragen
Brauche ich Shopify Plus für Upsells?
Nur für App-Angebote in den Checkout-Schritten Information, Versand und Zahlung. Produktseite, Warenkorb, Danke-Seite, Bestellstatusseite und Mails nach dem Kauf funktionieren auch ohne Plus. Prüfe den aktuellen Stand in der Shopify-Hilfe.
Was ist der Unterschied zwischen Upsell und Cross-Sell?
Ein Upsell ist eine größere oder höherwertige Variante desselben Produkts. Ein Cross-Sell ist ein ergänzendes Produkt. Upsells passen vor allem vor dem Kauf, Cross-Sells auch nach der Zustellung.
Was ist eine Post-Purchase-Seite in Shopify?
Eine Seite zwischen Zahlung und Danke-Seite, auf der Kunden mit einem Klick ein Produkt zur Bestellung hinzufügen können. Sie wird über eine App bereitgestellt.
Wann ist ein Cross-Sell nach der Zustellung besser als ein Checkout-Upsell?
Wenn das Zusatzprodukt erst im Gebrauch relevant wird oder Erklärung braucht. Etwa Zubehör, Pflegeprodukte oder eine Ergänzung zur Routine.
Macht rebond Upsells im Checkout?
Nein. rebond zeigt Empfehlungen auf der Tracking-Seite und verschickt Empfehlungs- und Cross-Sell-Mails nach dem Kauf.
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